Grünsfeld. Jetzt ist es wieder soweit: Die Narren schwingen das Zepter in der ehemaligen Gauhauptstadt. Susanne II. und Steffen I. übernahmen mit ihrer Inthronisation als Prinzenpaar am Samstagabend die Regierungsgeschäfte. Das Kinderprinzenpaar Nele I. und Elia I. unterstützt die närrischen Tollitäten bei ihrer Tätigkeit. Bürgermeister Joachim Markert trug die freundliche Übernahme mit Fassung. Nachdem er den Schlüssel an die neuen Regenten übergeben hatte, wurde er in den (vorläufigen) Ruhestand verabschiedet.

Kinderprinzenpaar2019
Bild : Feuerstein

Kinderprinzenpaar Nele I. und Elia I.

Kinderprinzenpaar 1
Bild : Feuerstein

Kinderprinzenpaar Nele I. und Elia I.

 Bei Fackelschein und unter den Augen zahlreicher närrischer Gäste ging der „Amtswechsel“ über die Bühne. Das historische Rathaus und der zum Narrenbaum umfunktionierte Christbaum bildeten die Kulisse für die Inthronisation.

„Die Wartezeit hat ein Ende“, freute Christian Leue-Huband sich. Der Sitzungspräsident führte die Narrenschar an, die das Rathaus stürmte. Dem Bürgermeister überreichte er das Maskottchen der Grünsfelder Narren, eine kleine „Hasekuh“, und versüßte ihm den nicht ganz freiwilligen Amtsverzicht mit einem Tropfen „Biberblut“.

Gut aufeinander abgestimmt stellte das Kinderprinzenpaar sich vor. Die Harmonie kommt nicht von ungefähr. Nele Kuhn und Elia Stoy kennen sich aus gemeinsamen Zeiten in der Purzelgarde. Beide haben zudem die Narretei quasi im Blut. Ihre Großeltern waren vor etlichen Jahren schon Prinzenpaar.

 

Prinzenpaar 2019
Bild : Feuerstein

Prinzenpaar Susanne II. und Steffen I.

Fastnacht verbindet und ist ein wichtiger Faktor für Integration. Das neue Prinzenpaar ist ein gutes Beispiel dafür. Steffen Möhler und Susanne Blau sind „Zugereiste“. Er stammt aus Merchingen, sie kommt von Möckmühl. Als Prinzessin Susanne II. und Prinz Steffen I. übernehmen sie ein traditionsreiches Amt in der Grünsfelder Fasnacht. Mit viel Schwung gehen die beiden ihre neue Aufgabe an.

Unverzichtbarer Bestandteil der Narretei am Ort ist auch der „Niedermeyer Hannes“. Matthias Klinger glossierte mit seinen Verlautbarungen in der Uniform eines ehemaligen Ordnungshüters das örtliche Geschehen der zurückliegenden Monate auf närrische Weise.

Der Beinahe-Brand im Rathaus war für ihn ein wichtiges Thema. In der Silvesternacht hatten glimmende Reste von Feuerwerkskörpern für starke Rauchentwicklung in dem mehr als 400 Jahre alten Gebäude gesorgt. Weil die Feuerwehr rechtzeitig eingriff, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Für ihren Einsatz hätten die Kameraden keine Rechnung gestellt, war dem „Hannes“ zu Ohren gekommen. Das gesparte Geld empfahl er, in eine Brandmeldeanlage zu investieren. Die Floriansjünger hätten außerdem zugesagt, für die Mitglieder der Stadtverwaltung einen Kurs anzubieten, bei dem diese ihre Kenntnisse über Brandschutz auffrischen könnten.

Bürgermeister Joachim Markert zeigte sich einsichtig. Zur Schlüsselübergabe war er gleich in Feuerwehruniform erschienen. Weil er bis auf weiteres von seinen offiziellen Aufgaben entbunden sei, könne er als Brandmelder fungieren. Vom neuen Prinzenpaar erhofft er sich Unterstützung in dieser Angelegenheit. Weil Steffen Möhler als Stahlbauer „gern heiße Eisen schweißt“, spekulierte das beurlaubte Stadtoberhaupt darauf, dass das Rathaus zur Sicherheit bald feuerverzinkt ist.


Prinzenpaar Buergermeister 2019

Bild : Feuerstein
Prinzenpaar mit Bürgermeister Joachim Markert in Feuerwehruniform und Sitzungspräsident Christian Leue-Huband (hinten rechts)

Für den stimmungsvollen Rahmen während der Inthronisation sorgten die Musikkapelle unter der Leitung von Steffen Beetz und die Männer der Freiwilligen Feuerwehr. Die närrische fünfte Jahreszeit geht nunmehr in ihre heiße Phase. Höhepunkt ist die Prunksitzung am 16. Februar in der Stadthalle.

feu

 


 Hasekühle“: Narren stürmten das Rathaus und übernahmen die Macht bis Aschermittwoch

 

Grünsfeld. Die „Hasekühle“ läuteten die Fastnachtszeit ein. So stürmte eine große Abordnung der Narrengilde das Rathaus, um Bürgermeister Joachim Markert den Rathausschlüssel zu entwenden und somit die Macht während der kommenden Kampagne über Grünsfeld zu übernehmen.
Markert ließ sich das gerne gefallen, denn Sitzungspräsident Christian Leue-Huband übernahm den Schlüssel mit närrisch gereimten Worten und überreichte ihm den „Grünsfelder Wolpertinger“, eine selbst kreierte Mischung aus Biber und Hasekuh in Anspielung auf Markerts Büttenrede in der vergangenen Kampagne. Der Rathauschef bedankte sich mit einer Rede in Reimform. Er zeigte sich hocherfreut, dass „seine“ Narren in so großer Zahl erschienen und das ganze Jahr über so engagiert und umtriebig sind.
Auch zwei Prinzenpaare freuen sich wie alle anderen Hasekühle darauf, dass es mit der Inthronisation am 12. Januar losgeht mit der närrischen Zeit.

 

Saisonerffnung2018